EEG – Erneuerbare-Energien-Gesetz

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien regelt den Anschluss von Anlagen, die Abnahme sowie die Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

Das EEG unterscheidet zwischen folgenden Energieträgern:

  • Wasserkraft
  • Deponie-, Klär- und Grubengas
  • Biomasse
  • Geothermie
  • Windenergie
  • Solare Strahlungsenergie (Photovoltaik-Anlagen)


Ziel des EEG ist es, im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen und den Beitrag Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung deutlich zu erhöhen. Damit soll entsprechend den Zielen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland der Anteil Erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 mindestens 30 Prozent erreichen.

Bericht nach § 77 EEG

Gemäß § 77 Abs. 1 EEG 2017 ist nur noch der Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, einen Bericht über die Ermittlung der nach den §§ 70 bis 74 EEG 2017 mitgeteilten Daten zu veröffentlichen. Folglich müssen die Stadtwerke Quickborn GmbH als Verteilnetzbetreiber an dieser Stelle keine Information für 2016 veröffentlichen.

Gemäß § 77 EEG 2014 ist der Netzbetreiber verpflichtet, einen Bericht über die Ermittlung der nach den §§ 70 bis 74 EEG 2014 mitgeteilten Daten zu veröffentlichen. Dieser Pflicht kommt die Stadtwerke Quickborn GmbH mit dieser Information nach.

Photovoltaik

Sie möchten im Netzgebiet der Stadtwerke Quickborn GmbH eine Photovoltaikanlage errichten?

Wir unterstützen Sie dabei!

Zuerst suchen Sie sich einen eingetragenen Elektroinstallateur. Dieser wird mit uns die technischen Vorgaben besprechen und mit Ihnen folgende Unterlagen ausfüllen:

  • Eine Anmeldung zum Anschluss an das Nieder- oder Mittelspannungsnetz.
  • Die Datenblätter für die Wechselrichter und Solarmodule erhalten Sie vom Hersteller.
  • Die Konformitätserklärung, sowie die Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Wechselrichter erhalten Sie vom Hersteller.
  • Beschreibung der Schutzeinrichtungen nach VDE-AR-N 4105:2011-08 Abschnitt 6 und einen Konformitätsnachweis für den Netz- und Anlagenschutz mit zugehörigem Prüfbericht.
  • Einen Lageplan 1:1.000, aus dem die Bezeichnung und die Grenzen des Grundstückes sowie der Aufstellungsort und Anschluss an das Nieder- oder Mittelspannungsnetz der Stadtwerke Quickborn GmbH hervorgehen. Diesen erhalten Sie über das zuständige Katasteramt - bearbeitet durch Ihren Installateur.
  • Einen Übersichtsschaltplan des Anschlusses der Erzeugungsanlage mit den Daten der EIngesetzten Betriebsmittel inkl. Anordnung der Mess- und Schutzeinrichtungen, sowie deie Anordnung der Zählerplätze.
  • BimSCHg/ Baugenehmigung bzw. positiv beschiedene Bauvoranfrage (nur bei PV Freilandanlagen). Diese erhalten Sie bei Ihrem Bauamt.
  • Vorlagegenehmigungsfähiger Unterlagen der Zählersäule/ Mittelspannungsstation. Diese erhalten Sie durch den Hersteller oder Errichter.
  • Die Angabe ob eine Voll- oder eine Überschußeinspeisung gewünscht wird

Um den technisch und gesamtwirtschaftlich günstigsten Verknüpfungspunkt zum vorhandenen Netz für die geplante Anlage zu lokalisieren, ist vorab eine Netzverträglichkeitsprüfung unter Berücksichtigung der örtlichen Netzstruktur notwendig. Hierfür müssen alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Erst mit Abschluss der Netzverträglichkeitsprüfung kann eine verbindliche Aussage über den Verknüpfungspunkt Ihrer Erzeugungsanlage getroffen werden.

Meldung von Photovotaikanlagen an die Bundesnetzagentur

Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, der Bundesnetzagentur Standort und Leistung dieser Anlagen zu melden (vgl. § 17 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe a).

Zur Meldung und für weitere Informationen steht das PV-Meldeportal der Bundesnetzagentur zur Verfügung.

Nach Errichtung der Anlage werden von uns folgende Unterlagen benötigt:

  • Anlage als Gewerbe angemeldet?
  • Verzicht auf §19UStG?
  • Finanzamt / Steuernummer
  • Bankverbindung
  • Anmeldebetätigung der BNetzA (Bundesnetzagentur)

    Sind die gegengezeichneten Unterlagen zurückgesandt und sind sämtliche Voraussetzungen gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz erfüllt, können wir die von Ihnen in das Netz der Stadtwerke Quickborn GmbH eingespeiste elektrische Energie nach EEG vergüten.

Vergütung für Strom aus solarer Strahlungsenergie (Neuanlagen)

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) regelt die Vergütung für Strom aus solarer Strahlungsenergie sowie den Anschluss von Photovoltaikanlagen.

Das „Gesetz zur Änderung des Rechtsrahmens für Strom aus solarer Strahlungsenergie und zu weiteren Änderungen im Recht der erneuerbaren Energien“ ist am 21. Juli 2014 vom Bundesrat angenommen worden. Die Gesetzesänderung des EEG 2014 tritt somit zum 1. August 2014 in Kraft.

Bitte beachten Sie, dass es infolge der monatlichen Absenkung der Vergütungssätze zwingend erforderlich ist, die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen bei der Inbetriebnahme einer PV-Anlage durch eine aussagekräftige Fotodokumentation sowie das vollständig ausgefüllte Bestätigungsprotokoll, welches Sie als aktualisierte Version im Downloadbereich weiter unten auf dieser Seite finden, nachzuweisen, um Probleme bei der Vergütungseinstufung Ihrer PV-Anlage zu vermeiden!

Einspeisevertrag

Der Einspeisevertrag wird zwischen Ihnen als Erzeuger und uns als Verteilungsnetzbetreiber geschlossen. Er bildet die Grundlage für die Einspeisung der von Ihrer Anlage erzeugten Energie in das Verteilungsnetz.
Bevor ein Einspeisevertrag abgeschlossen werden kann, muss Ihre Erzeugungsanlage errichtet und von uns als Verteilungsnetzbetreiber abgenommen worden sein.

Messung der eingespeisten Energie

Die Messung der eingespeisten elektrischen Energie, die nach den Kriterien des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet wird, erfolgt grundsätzlich am Netzanschlusspunkt unseres Verteilungsnetzes.

Abrechnung der eingespeisten Energie

Nach Abschluss des Einspeisevertrages erfolgt ab dem Folgejahr die Abrechnung der eingespeisten Energie. Dieses Übernehmen die Stadtwerke Quickborn GmbH für Sie kostenfrei.

Vergütungssätze für PV-Anlagen

Einspeisemanagement

Gemäß § 14 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2014 sind Netzbetreiber unbeschadet ihrer Pflicht nach § 12 ausnahmsweise dazu berechtigt, an ihr Netz unmittelbar und mittelbar angeschlossene Anlagen und KWK-Anlagen, die mit einer Einrichtung nach § 9 ausgestattet sind, zu regeln, soweit

- im jeweiligen Netzbereich einschließlich des vorgelagerten Netzes ein Netzengpass entstünde,
- der Vorrang für Strom aus erneuerbaren Energien, Grubengas und Kraft-Wärmekopplung gewahrt wird, soweit nicht sonstige Anlagen zur Stromerzeugung am Netz bleiben müssen, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems zu gewährleisten, und
- sie die verfügbaren Daten über die IST-Einspeisung in der jeweiligen Netzregion abgerufen haben.

Technische Vorgaben (§ 9 Abs.1 und Abs. 2)

- Neuanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp müssen mit einer technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung und einer technischen Einrichtung zum Abruf der jeweiligen Ist-Einspeisung ausstattet sein
- PV-Neuanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp und höchstens 100 kWp müssen mit einer technische Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung ausstattet sein
- PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 30 kWp können anstatt der technischen Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung auch die Spitzenkappung (Begrenzung der maximalen Wirkleistungseinspeisung auf 70 % der installierten Leistung am Verknüpfungspunkt der Anlage mit dem Netz) wählen.

Anlagenzusammenfassung (§ 9 Abs. 3)

Mehrere PV-Anlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne des § 9 Abs. 1 und 2 als eine Anlage, wenn:

- sie sich auf demselben Grundstück oder sonst in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden und
- innerhalb von 12 aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind.


Entschädigungszahlungen (§ 15 Abs.1)

Wird die Stromeinspeisung aus Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, Grubengas oder Kraftwärmekopplung wegen eines Netzengpasses im Sinne von § 14 reduziert, sind die von den Maßnahmen betroffenen Betreiber für 95 % der entgangenen Einnahmen zuzüglich der zusätzlichen Aufwendungen und abzüglich der ersparten Aufwendungen zu entschädigen.
Übersteigen die oben genannten entgangenen Einnahmen in einem Jahr 1 % der Einnahmen dieses Jahres, so beträgt ab diesem Zeitpunkt die Entschädigung der betroffenen Betreiber 100 %.

Systemstabilitätsverordnung (50,2 Hz-Problematik)

In den letzten Jahren hat die Einspeisung von Strom aus dezentralen Energieerzeugungsanlagen - insbesondere von Photovoltaikanlagen - erheblich zugenommen. In der Vergangenheit sollten sich Photovoltaikanlagen bei Erreichen der Frequenz von 50,2 Hz unverzüglich abschalten. Im Extremfall wird dadurch aber heute eine Leistung von mehreren Gigawatt vom Netz getrennt. Dadurch  entsteht ein Risiko für den sicheren und stabilen Netzbetrieb. Um das hohe Maß an Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten, wurden gemeinsam von der Bundesregierung, den Netzbetreibern und den betroffenen Verbänden Maßnahmen zur Umrüstung von Photovoltaikanlagen erarbeitet.

Hinweise für Installateure

Zu beachten sind bei Installation von dezentralen Erzeugungsanlagen im Netz der Stadtwerke Quickborn GmbH:

  • Technische Anschlussbedingun­gen des Netzbetreibers (TAB)
  • VDE-Anwendungsregel "VDE-AR-N 4105:2011-08 Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz, Technische Mindestanforderungen für Anschluss und Parallelbetrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz" vom 1. August 2011
  • Verordnung über Allgemeine Be­dingun­gen für den Netzan­schluss und dessen Nutzung für die Elektri­zitätsversorgung in Nieder­span­nung (NAV)
EEG 2017: Anrechnung der Stromsteuerbefreiung auf die EEG-Förderung

Das EEG 2017 in der geänderten Fassung (BGBl. I S. 3106) regelt, dass eine Stromsteuerbefreiung auf die EEG-Förderung angerechnet werden muss. Hiermit ersetzt der Gesetzgeber die mit dem Strommarktgesetz (BGBl. I S. 1786 ff.) eingeführte Bestimmung, wonach sich die EEG-Förderung bei Inanspruchnahme einer Stromsteuerbefreiung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 3 StromStG auf Null verringern sollte.

Wir bitten Sie, im Rahmen Ihrer Mitteilungen nach den §§ 70 ff. EEG 2017 insbesondere folgende Vorgaben des EEG 2017 zu beachten:

  • Regelung zur Anrechnung: § 53c EEG 2017
    „Der anzulegende Wert verringert sich für Strom, der durch ein Netz durchgeleitet wird und der von der Stromsteuer nach dem Stromsteuergesetz befreit ist, um die Höhe der pro Kilowattstunde gewährten Stromsteuerbefreiung.“
  • Mitteilungspflicht: § 71 Nr. 2 EEG 2017
    Anlagenbetreiber müssen dem Netzbetreiber […]
    2. mitteilen, wenn und in welchem Umfang im vorangegangen Kalenderjahr für den in Anlage erzeugten und durch ein Netz durchgeleiteten Stroma) eine Stromsteuerbefreiung vorgelegen hat, und den Netzbetreiber über entsprechende Änderungen informieren, […]“.
  • Bußgeldvorschrift: § 86 Abs. 1 Nr. 1 a EEG 2017
    Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig […]
    1a) die Stromsteuerbefreiung entgegen § 71 Nummer 2 Buchstabe a nicht bis zum Ende eines Kalenderjahres für das vorangegangene Kalenderjahr mitteilt oder eine falsche Mitteilung abgibt.“
  • Rückwirkende Anwendung: § 104 Abs. 5 EEG 2017
    „Die §§ 53 c und 86 Absatz 1 Nummer 1 a sind rückwirkend zum 1. Januar 2016 anzuwenden.“

Wir dürfen Sie darauf hinweisen, dass diese Information keine Rechtsansprüche begründet. Bei Fragen und Zweifelsfällen empfehlen wir Ihnen, sich an einen fachkundigen Berater zu wenden.

Kontakt

Ihre Ansprechpartner helfen Ihnen gern bei weiteren Fragen:

Technik

Herr Volkmar Henschel
Telefon: (04106) 616 - 178

Herr Marco Achatzi
Telefon: (04106) 616 - 148

 

Vertragswesen / Vergütung

Herr Udo Stoeter
Telefon: (04106) 616 - 154